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"Im Jungen Theater Bonn hat Volker Maria Engel Musils beklemmende Pubertätsstudie in einer Dramatisierung von Thomas Birkmeir mit dem jugendlichen Nachwuchs-Ensemble vielschichtig inszeniert.
                            General-Anzeiger

Der junge Törless besucht eine österreichische Militärerziehungsanstalt. Er ist ein hochsensibler und ganz in Gedanken versunkener Außenseiter, der nach Halt und nach Antworten auf die existenziellen Fragen im Leben sucht. Als der Kamerad Basini des Diebstahls überführt wird, steht Törless zusammen mit zwei Mitschülern vor der Frage, wie mit dem Delinquenten zu verfahren sei. Während Törless fordert, den Dieb öffentlich zu überführen, wollen seine Kameraden Beineberg und Reiting, angetrieben von subtilen TÖR_probe2_400Machtgelüsten, die Gunst der Stunde nutzen, und die Bestrafung und Läuterung persönlich vorzunehmen. Törless wird überstimmt und es beginnt ein zerstörerisches Erpressungs- und Folterspiel, dem auch Törless sich nicht entziehen kann, und in dem sich jeder seines ganz persönlichen Werkzeugs bedient.

Zum Autor:
Robert Musil (1880-1942) studierte an der Technischen Militärakademie Wien, brach seine Offiziersausbildung jedoch ab und wurde Maschinenbauingenieur. Von 1903 bis 1908 studierte er Philosophie, Psychologie, Mathematik und Physik in Berlin. 1906 erschien sein erster Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß". Nach seiner Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg lebte er anschließend als freier Schriftsteller, Theaterkritiker und Essayist in Wien und Berlin. 1938 durch den "Anschluss" Österreichs in die Emigration getrieben, verbrachte er die letzten Lebensjahre in Genf und schrieb bis zuletzt an seinem unvollendeten Roman "Der Mann ohne Eigenschaften", einem der wichtigsten literarischen Werke des 20. Jahrhunderts.

Zur Produktion:
"Die Verwirrungen des Zögling Törless" ist eine subtile Pubertätsstudie über die seelischen Abgründe von Jugendlichen. "Birkmeirs Bearbeitung zeigt die latente, die ,saubere' Gewalt in unserer Gesellschaft, die zerstörerischen Machtspiele, die gestylte Leichtigkeit der Mechanismen des Seelenmords." schrieb die Wiener Zeitung anlässlich der Uraufführung der Törless-Bühnenbearbeitung von Birkmeir.

Das JTB inszeniert den ‚Törless' mit Mitgliedern aus seinem Nachwuchsensemble, die etwa im Alter der Figuren sind und schon an verschiedenen großen Produktionen in Haupt- und Nebenrollen mitgewirkt haben. Mit dieser Arbeitsweise hat das JTB schon mit Stücken wie ‚Herr der Fliegen', ‚Beautiful Thing' oder ‚Romeo und Julia' große Erfolge gefeiert. Die unmittelbare Nähe der Schauspieler zu ihren Figuren und deren Problemen ermöglicht eine besondere Authentizität der Darstellung.