SOF_sz5_200"Die Inszenierung verfolgt völlig unsentimental Spuren von Verletzungen und sinnloser Gewalt, ohne auf naheliegende Effekte zu schielen."
                           General-Anzeiger

"Tejeda fasst die Figur ziemlich gut in ihrem Rhythmus, nimmt weg, treibt voran, explodiert, fällt zurück"
                           
Bonner Rundschau

Für Ed ist das Leben ein Kampf. Er und seine Gang fühlen sich stark, wenn sie andere schwach sehen. Anderen Gewalt zuzufügen gibt Ed einen Adrenalinkick. Er bezeichnet seine Gewalttaten als „Rollenspiel". Für ihn gibt es dabei kein Richtig oder Falsch - er will sich lebendig fühlen. Und lebendig fühlt er sich bald nur noch, wenn er seine Aggressionen ausleben kann und ein Opfer hat, dem er überlegen ist.

Als Ed und seine Gang sich in einen regelrechten Blutrausch hineinsteigern und einen unschuldigen Jungen beinahe zu Tode prügeln, wird Ed von der Polizei gefasst. Er muss für vier Jahre ins Gefängnis. Als er wieder entlassen wird, hat er etwas Wichtiges erkannt: „Dinge, die man früher tut, können in der Zukunft wichtig werden." Er hat sich bei dem Opfer von damals entschuldigt. Doch dann holt ihn seine Vergangenheit ein und Eds bitterer Gedanke - „es gibt immer einen, der stärker ist als du" – wird für ihn Realität, als er selbst zum Opfer wird…

SOF_sz6_200In 'Softgun' erzählt der Protagonist Ed von seinem jungen Leben. Mal ist er 10, mal 12, 15, 18 und schließlich 22 Jahre alt. Seine Gedanken springen zwischen den Zeiten, Schauplätzen und Ereignissen. Neben den brutalen Gewalttaten, die er begangen hat, erinnert er sich auch an seine erste große Liebe, die sich bald von ihm abwendet. Er weint um die tote Oma, zu deren Begräbnis er nicht gehen kann, weil er im Gefängnis sitzt. So entsteht das packende Psychogramm eines jungen Gewalttäters - fernab aller Klischees, unsentimental, und ohne pädagogische Absicht.

> Zur Premierenkritik des General-Anzeigers

Mats Kjelbye studierte Dramatisches Schreiben und Dramaturgie am Dramatiska Institutet in Schweden. Er arbeitete als Schauspieler, schrieb für den Rundfunk und drehte Kurzfilme. Für sein dramatisches Werk erhielt der Autor 1999 den Nöjesguidens Göteborgspris sowie Stipendien vom Dramatiska Institutet und von Schwedens Dramatikerverbund. 2000 begann er als Dramaturg in Göteborg zu arbeiten. Für 'Softgun' erhielt er 2008 den Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis.

Aus der Laudatio zur Verleihung des Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreises 2008:
„Mats Kjelbyes "Softgun" ist ein Meisterstück genauer Beobachtung sowie sprachlicher und gedanklicher Präzision…Das Stück macht traurig und immer trauriger, nimmt einem aber nicht die Hoffnung. Es ist schonungslos und einfühlsam zugleich…. „Softgun" verschont uns mit einfachen Lösungen, suhlt sich aber auch nicht selbstverliebt im Dreckloch Jugendgewalt wie andere Stücke, die möglichst effektvoll irgendwie aktuell sein wollen."

Zur Produktion
Das Junge Theater Bonn produziert mit Mats Kjelbyes 'Softgun' erstmals ein Stück, das ausschließlich in Schulen vor einzelnen Klassen oder in Jugendzentren gespielt wird. Der Bonner Regisseur Stefan Herrmann hat den Monolog mit Julian Téjeda, siet 2008 festes Ensemblemitglied am JTB, inszeniert.


Infos für alle, die 'Softgun' buchen möchten:

Termine:
Bis zu den Sommerferien sind derzeit nur noch zwei Vormittagstermine verfügbar:
Mittwoch, 12. Mai
Donnerstag, 8. Juli
Termine für Vorstellungen am Nachmittag oder Abend können telefonisch erfragt werden.

Dauer:

Die Vorstellung selbst dauert ca. 60 Minuten, im Anschluss daran sollte Zeit für ein Nachgespräch der Schüler/Jugendlichen mit dem Schauspieler eingeplant werden. Schulen sollten also insgesamt eine Doppelstunde dafür reservieren; Freizeitzentren, Jugendtreffs etc. 90 bis 120 Minuten.

Raum

Die Vorstellung kann in jedem Klassenzimmer und fast jedem anderen Raum bei normaler Möblierung stattfinden. Einzige Anforderung ist, dass der Schauspieler die Möglichkeit hat, sich relativ frei im Raum zu bewegen, etwa durch einen Mittelgang zwischen den Tischen der Schüler. Die Höchstzuschauerzahl sind 40 Personen.

Kosten
Eine Vorstellung von 'Softgun' kostet 150,- Euro. Die zweite Vorstellung an derselben Schule am selben Vormittag kostet 100,- Euro. Weitere Kosten entstehen für Einrichtungen im Radius 20km um Bonn nicht. Bei weiteren Anfahrten berechnen wir zusätzlich Fahrtkosten. Die Zahlung erfolgt per Überweisung oder bar am Tag der Vorstellung.